Die 140. Cartellversammlung – und dann auch noch in Roma aeterna. Was sich im ersten Moment einfach nur grandios anhört, stellte uns als CV-Afrika-Hilfe vor einige organisatorische Herausforderungen.
Während zahlreiche AHAH und sicherlich auch viele Aktive bei der Kombination aus „140.“ und „Rom“ vor allem an Kneipenbummel und Festkommers dachten, beschäftigte uns zunächst die Frage, ob wir unseren Stand überhaupt nach Rom bringen könnten. Diese Idee mussten wir letztlich verwerfen. Stattdessen entschieden wir uns für einen spartanischen, dafür aber gut transportablen Ansatz: Drei A1-Plakate zu laufenden Projekten sowie rund 300 Stifte und Flyer begleiteten uns auf die Reise.
Auch in diesem Jahr konnten wir zahlreiche interessante Gespräche mit CbrCbr über unsere Projekte führen. Von Kindergartenbau bis hin zu Wasserprojekten war in der ersten Projektrunde 2026 erneut eine große Bandbreite vertreten. Besonders viele Fragen rief dabei unser Projekt zur Bekämpfung der Periodenarmut in Äthiopien hervor.
Gemeinsam mit Sewing Together engagieren wir uns derzeit in Hawassa gegen Periodenarmut. Da Hygieneprodukte für viele Familien kaum erschwinglich sind, fehlen zahlreiche Mädchen während ihrer Menstruation im Unterricht oder greifen auf unhygienische Alternativen zurück. Im Rahmen des Projekts lernen Frauen und Mädchen daher, wiederverwendbare Binden selbst herzustellen – zunächst per Hand, später mit Nähmaschinen, die dauerhaft vor Ort verbleiben. So werden nicht nur Hygiene und Bildungschancen verbessert, sondern auch Selbstständigkeit gefördert und neue Einkommensperspektiven geschaffen.
Doch nicht nur die Abnahme des Wirtschaftsberichts 2025 und die Verteilaktion bestimmten das Programm. Die Zeit in Rom wurde auch darüber hinaus intensiv genutzt. Am Freitag trafen wir unseren langjährigen Projektpartner Pater Fombo, um uns persönlich über neue Vorhaben in Togo auszutauschen. Der Samstag stand ganz im Zeichen weiterer Projektgespräche: über die allgemeine Situation im Südsudan (Pater Avelino) und insbesondere die Lage der FGL sowie über Möglichkeiten einer Unterstützung der medizinischen Versorgung durch die HRB auf Madagaskar und in Somalia.
Insgesamt wurde die Zeit in Rom äußerst produktiv genutzt. Ganz nebenbei absolvierten wir zudem noch einen kleinen Englisch-Französisch-Spanisch-Parcours.
Unseren zahlreichen CbrCbr, die es uns seit nunmehr 54 Jahren ermöglichen, Hilfe zur Selbsthilfe in mittlerweile über 20 afrikanischen Staaten zu leisten, möchten wir an dieser Stelle von Herzen danken. Durch Eure Unterstützung konnten Waisen und Jugendliche aus schwierigen Lebensverhältnissen neue Perspektiven erhalten. Ihr habt dazu beigetragen, um nur einige Bereiche zu benennen, die Versorgung mit Wasser, Nahrung und Bildung nachhaltig zu verbessern und Menschen vor Ort die Chance zu geben, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.
Gerade darin zeigt sich die Stärke unseres Verbandes: gelebte Caritas. Nicht laut, nicht zur eigenen Selbstdarstellung, sondern beständig, verantwortungsvoll und aus christlicher Überzeugung heraus. Die Sorge um den Mitmenschen ist kein Schlagwort, sondern wird im Cartellverband seit Jahrzehnten konkret gelebt. Dafür sagen wir: Vergelt’s Gott.
Und ein abschließender Dank geht an unser CV-Sekretariat. Für die stets schnelle und einfach tolle Unterstützung in allen Bereichen. Das Team um unseren Pit sind einfach die guten Seelen unseres Verbandes.
Natürlich darf bei diesem Artikel ein Beispiel aus der 2. Projektrunde 2026, das uns besonders am Herzen liegt, nicht fehlen: Wir unterstützen die St. Francis Brilliant School bei der Anschaffung von Betten, Matratzen und Bettwäsche für Schülerinnen und Kinder mit Behinderungen. Viele der Kinder haben kein stabiles Zuhause und sind dauerhaft auf die Unterbringung in der Schule angewiesen.
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