Gemeinsam mit Sewing Together sind wir als CV-Afrika-Hilfe in Hawassa (Äthiopien) vor Ort, um Menstruationsarmut konkret anzugehen. Die Zahlen zeigen, wie dringend das Thema ist: Ein kleiner Pack Einweg-Binden mit acht Stück kostet bereits 50–70 Birr (ca. 0,80–1,10 €), größere oder importierte Packungen können bis zu 4.700 Birr (rund 75 €) erreichen. Gleichzeitig leben viele Menschen hier von etwa 50 € im Monat oder weniger. Selbst kleine Ausgaben werden so zu einer echten Hürde – mit der Folge, dass viele Mädchen während ihrer Periode nicht zur Schule gehen können.
Unser Ansatz setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit den Frauen und Mädchen vor Ort nähen wir wiederverwendbare Binden und vermitteln Wissen, das langfristig unabhängig macht. Am ersten Tag arbeiten wir bewusst per Hand, um zu zeigen: Es braucht nicht viel – etwas Baumwolle, Stoff, ein wasserfester Gürtel und grundlegende Nähfähigkeiten reichen aus. Dieser Zugang stärkt das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und verändert die Perspektive.
Im nächsten Schritt erfolgt die Arbeit an Nähmaschinen, um langlebigere Produkte effizienter herzustellen. Die von uns bereitgestellten fußbetriebenen Maschinen bleiben vor Ort und sind unabhängig von Strom nutzbar. So können die Teilnehmerinnen das Gelernte weitergeben und sich perspektivisch sogar eine eigene Einkommensquelle aufbauen.
In Ostafrika brechen durchschnittlich 7 von 10 Mädchen aufgrund ihrer Periode die Schule ab. Als CV-Afrika-Hilfe ist es unser Ziel, diese Realität nachhaltig zu verändern – durch Aufklärung, praktische Lösungen und die Stärkung von Frauen vor Ort.
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