Karnevalssonntagspredigt 2011

 

 

Liebe Karnevalsgemeinde,

nicht nur Kölle, sondern auch die Kirch han immer jet ze beaten. Um 9.45 Uhr hat die Glocke der Minoriten Kirche den ersten Schlag getan, um sie alle in die Kirche zu rufen. Heute haben die Domstädter und unser Pater Silvio hier etwas zu beaten, nämlich eine schöne und hillije Meßfeier.

Wer heute das Evangelium - die frohmachende Botschaft - gehört hat, der wird sich bestimmt gefragt haben, was hat uns denn die Frohe Botschaft heute zu bieten?
Wer ein solides Haus bauen will, muss tief graben. Ein Haus braucht ein solides Fundament. Gehen Sie einmal zum Kölner Dom und schauen sich die Fundamente der beiden Türme an, die haben solide Fundamente.
Denn - wer eine schwere Last tragen muss, muss erst einmal einen sicheren Stand haben.
Wer einen dicken Fisch angeln will, muss eine starke Angel haben. Wer im Gebirge klettert, muss seinen Schritt gut absichern. Wer Kinder erziehen will, muss ihnen Halt und Orientierung bieten, sonst begleitet sie lebenslang Angst vor dem Unbekannten, Orientierungslosigkeit und Unsicherheit . Und - wenn sie den Karnevalszug sehen wollen, müssen sie sicher zuerst einmal warm anziehen.
Erinnern Sie sich noch daran, was vor zwei Jahren kurz nach Karneval in Köln passiert ist? Das Kölner Stadtarchiv rutschte in den U-Bahnschacht; denn es war auf Sand gebaut.

Apropos Sand:
Wie sie aus der Presse wissen, sind die Chinesen im Begriff, Afrika fest in den Griff zu bekommen.
120.000 Chinesen sind in den Sudan eingereist und haben dort einen sudanesischen Pass bekommen, damit keiner merkt, wie viele Chinesen bereits im Sudan sind. 30.000 Chinesen leben schon in Angola und jetzt wollen die chinesischen Kommunisten auch noch die Sahara erobern. Haben Sie gesehen das zigtausende Chinesen aus Libyen geflüchtet sind? Was wird dann in Afrika als erstes passieren? Wie ich die Kommunisten kenne, wird dann auch dort der Sand knapp!

Können Sie sich noch an die Reaktionen auf den Einsturz des Stadtarchives erinnern?
- Menschen verloren das Vertrauen in die Baugesellschaften und unsere Architekten
- Andere spotteten und genossen die Häme - Die Lateinamerikaner fragten mich, kann das auch den Deutschen passieren und die Münchener und Hamburger schrieben, das kann nur den Kölnern passieren.
- Vielleicht machte es den ein oder anderen auch von uns ein wenig nachdenklich.
Fazit: Stabilität und Einsturz eines Gebäudes (siehe World Trade Tower) liegen nah beieinander!
und welche Lebenserfahrungen ziehe ich für mich daraus?

Jeder Mensch baut sein Lebenshaus. Hierfür braucht er einen festen Stand, Orientierung und ein festes Fundament.
Der Bau eines Lebenshauses ist nicht beliebig wiederholbar, daher muss der erste Wurf sitzen
- im Beruf
- in der Partnerschaft
und schaffen wir das alles nur aus uns allein heraus?

Reichtum, ein gut bezahlter oder angesehener Beruf, ein Titel oder unsere Funktionen in der Familie, im Karneval oder in der Gesellschaft können unser Lebenshaus stabilisieren. Wer aber auf Gott und die Beziehung zu anderen Menschen baut, steht noch sicherer.
Wie die Bankenkrise gezeigt hat, liegen Stabilität und Zusammenbruch unserer Sicherungssysteme in unserer kapitalistischen Gesellschaft auch nah beieinander und das Thema wäre auch einen Wagen im Kölner Zug wert.

Apropos: Kapitalismus
Was ist denn der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus?
Im Kapitalismus gibt es die Ausbeutung der Menschen durch die Menschen. Im Kommunismus ist es genau umgekehrt.

Jesus baute jedoch sein irdisches Leben ganz auf Gott auf, legte sein Leben ganz in die Hände Gottes, und dieses Leben ging nach menschlichen Maßstäben schief. Er starb als Gotteslästerer am Kreuz. Gott ließ ihn nicht fallen, sondern Tod und Kreuz überwinden. Glauben wir an seine Auferstehung? Glauben wir an unser Weiterleben nach dem Tod? Das bietet uns die Kirche an - den Glauben an Tod und Auferstehung. Mit unserem Tod schlägt nicht unser Ende, sondern wir machen einen Neuanfang in einer anderen Welt des Ewigen Lebens oder wie andere sagen, wir leben weiter im Himmel.

Apropos: Himmel
Frau Merkel nimmt an der Fronleichnamsprozession in Köln teil und sieht wie der Himmel über dem Allerheiligsten getragen wird. Im anschließenden Gespräch mit dem Kardinal bemerkt sie etwas neidisch: "Eminenz, Sie haben ja schon den Himmel auf Erden! So viele Menschen, so viel Begeisterung, so viele fromme Menschen, die Kölner und der Kölner Klerus müssen sie aber sehr lieben."
Antwortet der Kardinal: "Ja, müssen sie auch!"

Wir müssen sehr darum bemüht sein, unsere Bildung auch im christlichen Bereich zu vertiefen, um ein solides Glaubensfundament zu bekommen. Wir müssen in Diskussionen standhalten können und nicht schon bei Gesprächen über unsere Religion mit Atheisten oder Muslimen weggespült zu werden, weil uns unser Glaubenswissen nicht mehr trägt.

Apropos: Wegspülen
Erinnern Sie sich noch an die Überschwemmungen in Australien? Alles wurde weggespült. Einer Familie gelang es jedoch sich auf das Dach des Hauses zu retten; nur Onkel Karl fehlte. An dem Dach trieb eine Kuh vorbei, dann ein Schwein, dann ein Strohhut. Aber der Strohhut schwamm gegen die Wellen zurück, dann schwamm er wieder in Flussrichtung- immer hin und zurück!
Fragte der Vater, seht ihr den Strohhut? Ja, das ist Onkel Karls Strohhut. Er hat gestern gesagt: "Komme, was da wolle, morgen wird der Rasen gemäht!"

Es reicht heute nicht mehr aus, zu sagen, dass wir Christen sind, sondern wir müssen dies bezeugen und begründen können mit Argumenten und Textstellen aus der Bibel.
Wenn wir aufhören mit 14 unseren Glauben zu erlernen, dann reicht mit 18 die Firmvorbereitung als Auffrischung nicht aus. Wird das Christentum weggespült, wird irgendwann auch die Karnevals-tradition folgen. Ohne Christentum gibt es keinen Karneval - Carne Vale -das Fleisch geht weg! Wir bereiten uns auf die Fastenzeit vor, in der wir den Genuss von Fleisch einschränken - Carne Vale - ! Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit der Christen, das haben uns die Muslime abgeschaut. Ihre Fastenzeit wird jedoch im Fernsehen angekündigt, unsere nicht. Dabei essen sie nachts das Essen, das sie tagsüber nicht anrühren durften, als ob der liebe Gott nachts keine Augen hätte.
Und was uns diese Religion zu bieten hat, können wir im Sudan in Dafour, in Nigeria, im Irak und in andern Teilen der Welt sehen, wenn sie dort ihre Minderheiten und vor allem die Christen verfolgen.

Wenn wir nicht anfangen unseren Glauben zu vertiefen - wenn wir bei uns, unseren Kindern und Enkelkindern keine tiefen Glaubensfundamente bauen, zerstören wir selbst unser Lebenshaus und es ergeht uns wie dem Stadtarchiv.

Und vielleicht gibt es ja schon In unserem Leben vieles wat nit esu flupp:
- in der Partnerschaft
- in der Ehe
- in der Freundschaft
- bei der Arbeit
- mit der Gesundheit
- oder wir sind von etwas abhängig
Es reicht dann nicht mehr Här, Här, zu sagen - dann müssen wir jet dunn!

Apropos: Abhängig sein
Durch unsere Truppenpräsenz in Afghanistan sind wir nun auch von den Menschen und der dortigen Politik abhängig geworden. Stellen Sie sich einmal vor, dass von dort ein Flugzeug mit vielen Passagieren an Bord nach Europa entführt wird. Nach einem langen Irrflug über Europa landet die Maschine schließlich in Berlin. Die Entführer verlangen von der Bundesregierung zehn Millionen Euro Lösegeld. Die Verhandlungen gehen hin und her. Zum Schluss sagt einer der Entführer: "Warten sie mal Herr Westenquelle, ich verbinde sie jetzt mit meinem Boss." Meldet sich Bin Laden und sagt, wenn dat jetz hier nicht zügig weiterjeht, dann komme ich mit meiner Truppe raus.

Es reicht nicht, über Schicksalsschläge zu lachen, als wäre nichts passiert, oder das Leben weiter zu genießen, zu sagen " Glück gehabt", oder nach St. Florenzprinzip zu leben.
Wir müssen uns von Schicksalsschlägen schlagen lassen, um für unsere Zukunft zu lernen.
Wir müssen unser Fundament regelmäßig überprüfen.
Wie steht es mit unserer Gottesbeziehung?
Welche Beziehungen in unserem Leben tragen?
Komme ich in meinem Leben Gott und den Menschen immer ein Stück näher?
Wird Gott sogar zu meinem Hobby?

Apropos: Hobby
Ein Nippeser hat ein bekanntes Hobby - er trinkt gerne Bier. Er kommt mal wieder in den Goldenen Kappes an der Neusser Str. und bestellt für sich auf einen Schlag 3 Kölsch, trinkt sie, bezahlt sie und geht wieder nach Hause. In der Woche darauf macht er dasselbe, bis ihn der Wirt fragt, warum er immer 3 Kölsch auf einmal bestellt.
Ja, sagt er
- ein Kölsch ist für meinen Bruder in der USA
- ein Kölsch trinke ich für meinen Bruder in Australien
- und ein Kölsch ist für mich!
So geht das eine ganze Zeit lang, bis er sich eines Tages nur noch2 Kölsch auf einen Schlag bestellt.
Fragt ihn der Wirt, ist jemand von den Brüdern gestorben?
Nein, Herr Wirt, ich habe aufgehört zu trinken!

Im heutigen Evangelium gibt uns Jesus ein paar Hinweise, worauf wir in unserem Leben achten sollten.
- Es gibt zwei Klassen von Propheten, die richtigen und die falschen
- Es gibt zwei Typen von Gottesschülern, die, die nur hören und die, die hören und tun
- Es gibt zwei Hausbauten, auf Sand und auf Fels
- Es gibt zwei Türen, eine zu Gott und eine zur Hölle

Apropos: Hölle
Frau Merkel war letztes Jahr in China und wird vom chinesischen Parteivorsitzenden gefragt, was sie denn für Hobbies habe? Um das Thema "Demokratisierung" nur indirekt anzusprechen, sagt sie: "Ich sammle Witze! Witze, fragt der Vorsitzende? Ja, die Witze, die über mich gemacht werden. Da lächelt sie der Parteivorsitzenden höllisch an und sagt, das mache ich auch; aber ich sammle sogar die Menschen, die über mich die Witze gemacht haben!

Wie müsste denn der Christ von heute aussehen?

Er müsste ein Karnevalist sein:
er verteidigt die Menschenwürde, indem er Fehltritte und Fehlentscheidungen auf den Karnevalswagen öffentlich anprangert.
Er ist solidarisch und vorsorglich, indem er die Menschen mit Blumen und Süßigkeiten beschenkt,
Er sucht den Dialog mit den Massen im Kölner Karneval und versöhnt mit den Fehlern der Politik, indem er sie aufdeckt, brandmarkt und lächerlich macht.
Er empfindet Mitleid mit den Schwachen und kritisiert die Starken öffentlich im Karnevalszug und in der Bütt.
Er lebt von der Hoffnung, dat et schon jut jeht! Un in Kölle is ja alles immer schon juht jejangen.
Er pilgert nach Rom, um sich beim Papst persönlich den Segen für seine Arbeit zu holen.
Er versucht, die Welt mit Humor zu verbessern und auf einen Schlag fehlerfrei zu machen.

Apropos: fehlerfrei
Wir haben ja gerade 20 Jahre Wiedervereinigung mit der DDR gefeiert; ein Witz aus der DDR!
Eine Frau entbindet ein Kind und der Vater des Kindes fragt die Krankenschwester: "Ist alles an dem Kind dran?" Ja, ist die Antwort.
Alle Zehen? Ja!
Alle Finger? Ja!
Wirklich alles dran? Ja!
Darf ich mich denn jetzt von meinem Kind verabschieden gehen?
Ja, aber wieso denn, fragt ihn die Krankenschwester!
Ja, wissen Sie denn nicht: alles was fehlerfrei ist, geht doch in den Export!

Jesu Botschaft soll uns befreien, heilen und aus den Sackgassen heraus helfen. Sein Wort soll uns aufrütteln und uns darauf hinweisen, dass es schon 10 geschlagen hat.

Die Welt braucht standhafte und standfeste Christen, die ein schlagender Beweis dafür sind, dass Christen und Karnevalisten ein Segen für Köln und die ganze Welt sind.

Apropos: Standfestigkeit - Werfen wir gemeinsam einen Blick in die Zukunft
Bei den olympischen Spielen 2014 auf der Krim, könnten die Deutschen wie gewohnt den Russen die Goldmedaille im Bob wegschnappen.
Daraufhin wird Medeiew Merkel ein Telegramm schicken:
Große Leistung: Stop
Glückwunsch zur Goldmedaille: Stop
Erdöl- und Erdgaslieferung: Stop

Bevor es jetzt 11 schlägt, wünsche ich Ihnen allen (Bei Schnee: dat ihr nit lang hin schlot, dann brucht ihr nit koot widder opzestonn). Vill Spaß an der Freud! Einen sicheren Stand im Leben - auch gleich am oder im Zug - und ich hoffe, dass auch die Kirch vun Kölle Ihnen etwas zu beaten hatte. Amen

Ihr Diakon
Hans Gerd Grevelding


 

 

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